Die Kirche

In der zweiten Hälfte des 10.Jahrhunderts liess ein im Wölflinswiler Tal begüteter, adeliger Grundherr auf der markanten Anhöhe ein Gotteshaus errichten. Die Rechtsnachfolge des Stifters traten die Herren von Alt-Homberg an. Sie geboten in ihrem Herrschaftsgebiet über fünf aneinandergrenzende Pfarreien, zu denen neben Wölflinswil auch Wittnau, Herznach, Frick, und Oeschgen gehörten. Nach dem Tode Graf Herrmanns von Neu-Homberg gelangten die Herrschaftsrechte an die Grafen von Toggenburg. Dorfherrschaft und Kirchenpatronatsrecht lagen während des Spätmittelalters in den Händen verschiedener Adelsfamilien und gingen 1515 an das Haus Habsburg-Österreich über. Am 4.Mai 1653 wurde die Pfarrei Wölflinswil den Chorherren des St.Martinsstiftes in Rheinfelden übereignet. Erzherzog Ferdinand Karl von Österreich hielt dabei fest, dass das "Stift in Rheinfelden verderbt, zerschlagen, ruiniert und mehrerteils zu Grund gericht" worden sei und nach den Wirren des Dreissigjährigen Krieges die obrigkeitliche Unterstützung verdiene. Als die österreichische Herrschaft zu Beginn des 19.Jahrhunderts zu Ende ging, übernahm der Kanton Aargau das Pfarrwahlrecht. Mit der Aufhebung des Kollegiatstiftes St.Martin in Rheinfelden übertrug er diese Kompetenz 1870 der Krichgemeinde Wölflinswil-Oberhof, die auch das Eigentum an Kirche und Pfarreigebäulichkeiten übernahm.